Neuigkeiten aus der Welt von Glasflügel
In diesem Bereich gibt es aktuelle Neuigkeiten zum Verein, zu Events und sonstigen Themen mit Bezug auf Glasflügel.
Zwei Welten treffen aufeinander
Gepostet am 25.12.2024Liebe Glasflügel-Freunde
Wie hinlänglich bekannt, in dem Buch von Wolfgang Binz und auch hier schon mehrfach beschrieben wurde die Firma Glasflügel liquidiert.
Zum Glück konnte sich Hansjoerg Streifeneder mit seiner dann gegündeten Firma Streifly die Musterbetreuung der bis dahin gebauten Glasflügel-Flugzeuge für seine neu gegründete Firma sichern.
Was nicht in sein Portfolio gefallen ist, war die zuletzt gebaute Glasflügel 304.
Die Lizenz für dieses Flugzeug wurde aus der Konkursmasse von der Firma Brauchle im Allgäu herausgekauft und mit der Erfahrung die sie im Segelflugzeuganhängerbau gesammelt hatte versucht weiterzubauen. Nur eine handvoll gebaute Flugzeuge zeigen, dass dies dann doch nicht so einfach war, die Formen wurden an einen osteuropäischen Flugzeugbauer weitergereicht.
Von dort hat sie Jaroslav Potmesil übernommen, der bis dahin bei verschiedenen Flugzeugbauern gearbeitet hat und Flugzeugmodelle in ungeheurer detailtreue gefertigt hat. Dies ist eine Geschichte die Wolfgang Binz sicher noch aufarbeiten und in einer hoffentlich neuen Ausgabe seines Buches aufzeigen wird.
Was daraus geworden ist kennen die Insider, die Firma HpHin Kutna Hora in Tschechien baut seit vielen Jahren Flugzege. Der im Moment im Programm befindlichen 304-Shark und 304-TwinShark sind in ihrer Ausführung und Qualität, das kann man wirklich sagen von den anderen Herstellern nicht errreicht und wirklich glasflügel-würdig.
Auch bei den Piloten dieser Flugzeuge hat sich in den Jahren eine Gemeinschaft gebildet, die sich immer wieder trifft und ähnlich unserer eine besondere Beziehung zu ihren Flugzeugen haben.
Darum haben wir uns überlegt diese 2 Gruppen doch mal an einen Tisch, bzw auf einen Flugplatz zu bringen. Zumal auch diese Gruppe weiss, wo die Wurzeln ihrer Flugzeuge liegen und sich der Erbauer Jaroslav Potmesil ebenfalls als ein grosser Bewunderer von Eugen Hänle und der damaligen Firma Glasflügel bei einem Besuch von Wolfgang Binz und H.-P. Mayer in Kutna Hora geoutet hat.
Deshalb haben wir ein
Glasflügel & HpH 304 Treffen
vom 05. - 09. Juni 2025
geplant.
Dieses Treffen konkurrenziert weder das jährliche Shark-Treffen noch den Glasflüegel-Event in 2026!
Alle, die eine 304 fliegen, egal welcher Dekade sind eingeladen sich ein paar Tage ungezwungen zu treffen, gemeinsam zu fliegen und sich abends über die gemeinsamen Wurzeln auszutauschen.
Es werden ganz bestimmt auch die einen oder anderen Neuigkeiten, wie bei solchen Treffen eigentlich immer der Fall ans Tageslicht kommen.
Anmeldungen, wie auch Fragen rund ums Fliegen, die Unterkunft, Camping oder auch Beiträge bitte schnellstmöglich an
Hans-Peter Mayer,
hp@glasfluegel.net
Ihr habt Verständnis, dass wir keine grosse Ausschreibung und Umstände machen, wir müssen dem Luftsportring Aalen aber vorgängig die Anzahl teilnehmender Flugzeuge nennen.
Natürlich sind auch Interessierte ohne 304 die einfach zu Besuch kommen wollen willkommen.
Wir würden uns freuen, wenn sich viele (aus beiden Lagern) zusammenfinden würden und wir eine schöne Zeit miteinander verbringen können.
Eugen Hänle zum 100. Geburtstag - eine gelungene Gedenkfeier
Gepostet am 03.11.2024Eugen Hänle der Pionier der modernen Glasfaserverbundbauweise und Firmengründer der Firma Glasflügel wäre am 05.10.2024 100 Jahr alt geworden.
Es war eine Herzensangelegenheit des Glasflügelfördervereins und des heutigen Musterbetreuers der Flugzeuge von Hänle der Firma Streifeneder in Grabenstetten, den vielen ehemaligen Mitarbeitern vieler Glasflügelfreunde sowie den Familienangehörigen von Eugen Hänle an diesem Tag innezuhalten und seinem Vermächtnis zu gedenken.
Begonnen hatte der Tag am Flugplatz Saulgau nahe der ehemaligen Liegenschaften von Eugen Hänles Firma Glasflügel der früheren Endmontagehalle, dem Zubringerrollweg und der maßgeblich von Glasflügel initiierten Betonpiste des Flugplatzes. Die Geschichte von Glasflügel gibt es hier in Saulgau zum Anfassen. Ein Gedenkstein an den tragischen tödlichen Unfall von Eugen Hänle am 21.09.1975, die dahinter aufgebaute Std. Libelle S4, dem damaligen Vorführflugzeug von Glasflügel hatte bei der folgenden Gedenkfeier sicher auch einige der anwesenden Glasflügel Freunde zu Tränen gerührt als die Erinnerungen vorüberzogen.
Hans-Peter Mayer nahm die vielen Anwesenden, darunter ehemalige Mitarbeiter von Glasflügel und auch Familienangehörige von Eugen Hänle mit auf eine Zeitreise durch sein Leben. Die Geschichte wie aus einem Schlosserlehrling ein weitsichtiger innovativer Unternehmer und Firmengründer wurde nötigt auch heute noch den größten Respekt ab. Es wurden die epochalen Innovationen der Faserverbundbauweise mit GFK die Eugen Hänle später industrialisierte gewürdigt. Genannt wurde das von Hänle und Hütter entwickelte Strangziehen von Rovings, die Allfiberglasbauweise von filigranen GFK-Bauteilen sowie die lasteffiziente Rovingumschlaufungen an Holmstummelenden der Tragflügel, der kunstvolle innenliegende Seitenruderantrieb, der böensichere Parallelogramm -Steuerknüppel oder die vollautomatischen Ruderanschlüsse, die ergonomischen Sicherheitscockpits. Die wesentlichen Glasflügelinnovationen dieser Zeit finden sich oft nur wenig abgewandelt bis heute noch in nahezu allen Segelflugzeugen aller Hersteller. H.-P. Mayer schilderte, wie Eugen Hänle die Wünsche seiner Kundschaft mit innovativen Produkten traf und dann in einer Serienproduktion bzw. Manufakturfertigung umgesetzt hat. Die Rennlibelle H 301 sowie die BS1 und auch die 10 gebauten Glasflügel 604 sein hier besonders genannt.
Der erstmalige Großserienbau von GFK Segelflugzeugen gelingt Glasflügel mit der Verlagerung von Fertigungstiefe zu Lieferanten u.a. nach Frankreich und einem späteren Fertigungsverbund zwischen dem Stammwerk in Schlattstall sowie dem Werk in Saulgau. Eugen Hänle war nach heutigen Gesichtspunkten der Fertigungstechnik damals ein Vorreiter einer schlanken und flexiblen Produktion. So war es Glasflügel gelungen die damals sehr hohen Auftragsbestände mit erträglichen Auslieferzeiten für die Kunden abzuarbeiten.
Sehr persönlich wurden die Ausführungen von H.-P. Mayer als er die Tage kurz vor dem tragischen tödlichen Unfall von Eugen Hänle mit seinen eigenen Jugenderinnerungen verwob. So hätte die Auslieferung der ersten beiden Hornets aus der Serienproduktion am 20.09.1975 in Kundenhand doch für ausgelassene Stimmung bei Eugen Hänle sorgen können, was erkennbar nicht der Fall war. Wohingegen Eugen Hänle am Unglückstag, dem 21.09.1975 bestens gelaunt zum Frühstück bei Familie Mayer erschien. Was zu diesem Sinneswandel geführt hat - dies wird wohl niemals mehr ans Tageslicht gelangen.
Es hätte ein schöner Tag werden können ein paar F-Schlepps und ein Rundflug im Anschluß. Es kam leider ganz anders er endete mit dem tragischen Tod von Eugen Hänle am 21.09.75 im Krankenhaus in Ravensburg. Leider verstarb auch einer der drei Passagiere.
Danach begann der Verfall des stolzen Unternehmens und endete 1982 nach mehreren Umfirmierungen mit der endgültigen Abwicklung von Glasflügel. Das alles sehr detailliert im Buch Glasflügel Eugen Hänle - Pionier des GFK Flugzeugbaus von Wolfgang Binz beschrieben über das die Glasflügelgemeinde sehr dankbar ist.
Was können wir tun um das Vermächtnis von Eugen Hänle zur erhalten? Eine Antwort ist die vielen noch vorhandenen Glasflügelflugzeuge zu hegen und pflegen und in ihrem Element zu bewegen. Sowie immer wieder zusammenzukommen - sei es bei den Glasflügel Treffen oder wie bei der Jubiläumsveranstaltung 60 Jahre Erstflug Rennlibelle H 301.
Das hätte auch Eugen Hänle sicherlich gefallen.
Nach Worten vom Segelflugreferent des Bad.Württ. Luftfahrtverbandes Christof Geissler über das Werk Hänles und den Sinn und Zweck des Glasflügel-Fördervereins wurde es Zeit weiterzuziehen nach Grabenstetten ins Glasflügel Museum von Hanko und Christian Streifeneder.
Nachdem der Mittag in Saulgau einem Rückblick auf Eugen Hänles Lebenswerk gewidmet war, sollte in Grabenstetten der Blick auf die Ereignisse nach dem endgültigen Zusammenbruch von Glasflügel bis heute gerichtet werden. Hans Peter Mayer beschrieb die schmerzliche Situation und unglückliche Konkursabwicklung von Glasflügel mit dem finalen Ende der Produktion trotz gut gefüllter Auftragsbücher für die Glasflügel 304 und die in Planung befindlichen 402.
Die mehrfach von Hans-Jörg Streifenender und Martin Hansen vorgelegten Pläne die Marke Glasflügel fortzuführen sind wie im Buch von Wolfgang Bins angeführt von den Gläubigern leider nicht akzeptiert worden.
Ein großes Glück für alle Besitzer eines Glasflügel Flugzeuges bleibt zumindest die Fortführung der Musterbetreuung durch Hans-Jörg Streifeneder. Und auch hier gab es anfänglich große Widerstände der zum Umzug mit grossen Hürden des LTB Streifeneder von Schlattstall nach Grabenstetten führte.
Hans-Peter Mayer würdigte die Innovationen aus dem Hause Streifeneder sei es im Prototypenbau für die Automobil- als auch für die Luftfahrtindustrie. Genannt sei der BMW Z1 oder weitere Sonderprojekte unter anderem auch Aufträgen für den Formenbau für Airbus und viele weitere Segelflugzeughersteller, viele Forschungsprojekte, die Fertigungsbeteiligung an dem Projekt ETA und Nimeta, das Fallschirmrettungssystem und die weltweit eingesetzten Abdicht- und Turbulatorenbänder. All das wird neben dem Kerngeschäft im LTB entwickelt und produziert.
Die Glasflügelflugzeuge erfahren Modellpflege durch die Entwicklung und Fertigung von Rumpf-Flügelübergangen, Winglets, neuen Rückenlehnen für Libellen sowie diverser Ersatzteile in der bekannten Glasflügelqualität. All das muß Stück für Stück in langwierigen Abstimmungen vom LBA zertifiziert werden.
Auf ein Projekt nämlich den Albatros geht Hans-Peter Mayer ganz besonders ein wirkt der ausgestellte Rumpf doch schon beinahe flugbereit. Wir alle hoffen, dass dieses ultimative Flugzeuge der Standardklasse bald in die Luft kommt.
Mit der Übergabe der Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft im Glasflügelförderverein dankte dessen 1. Vorsitzender Christian Deubig Hansjörg Streifeneder dessen Sohn und Nachfolger bei Streifly Christian Steifeneder die Urkunde in Empfang genommen hat, weil Hanko selber nicht anwesend sein konnte für deren jahrelange Schaffenskraft.
Abschließend erging ein eindringlicher Apell von Hans-Peter Mayer an alle Glasflügelflugzeugbesitzer in den Anstrengungen zum Erhalt aller Glasflügel Flugzeuge nicht nachzulassen und dies zusammen mit der Hilfe des luftfahrttechnischen Betriebes und dem Musterbetreuer den beiden Herren Streifeneder sicherzustellen! Nur so können wir Eugen Hänles Erbe in die Zukunft tragen.
Eine weiter Ehrenurkunde erhielt, wie beim der letzten Jahreshauptversdammlung beschlossen Sepp Prasser für sein Lebenswerk.
An eigens von Hans-Peter Mayer mitgebrachten Fondue Töpfen mit der von Eugen Hänle so geliebten Schweizer Spezialität schloss der offizielle Teil der Veranstaltung. Bei Käse, Bier und Wein konnten dann nochmals Erinnerungen, Gedanken und Pläne mit zum Teil weither gereisten Glasflügelfans ausgetauscht werden. Karl Pfister aus Kanada, der ehemalige Glasflügel Konstrukteur Tapani Uoti aus Finnland oder der holländische Thei Bongerts seien hier als am weitest angereist genannt.
Danke dem LTB Streifeneder für die Gastfreundschaft, allen angereisten Gäste sowie dem Organisationsteam um Christian Deubig vom Glasflügel Förderverein für die Organisation und den würdig gefeierten 100. Geburtstag von Eugen Hänle.
Frank Beerhenke
Vielen Dank Frank für Deinen Bericht!
Um nicht nur einzelne Bilder hier anzufügen und die vielen anderen, die unser Fotoprofi Christian Horn bei der Veranstaltung gemacht hat weglassen zu müssen hier der
zu der Bilddatei. Vielen Dank Lucky!
Eugen Hänle wird 100
Gepostet am 24.08.2024Einen 100'sten Geburtstag zu feiern ist ja nicht oft möglich - und von jemandem, der schon viele Jahre nicht mehr lebt erst recht nicht.
Wir im Glasflügelförderverein, möchten diesen Jahrestag aber doch nicht verstreichen lassen ohne an einen der grössten Konstrukteure und Flugzeugbauer der damaligen Zeit zu gedenken.
Zu diesem Anlass lädt der Glasflügelförderverein alle Interessierten ein
am Samstag, 05. Oktober 2024
um 13:00Uhr in Bad Saulgau auf dem Flugplatz am Gedenkstein von Eugen Hänle zum Andenken
und
um 17:00Uhr in Grabenstetten, Hofener Weg 61 im Glasflügelmuseum zum gemütlichen Beisammensein.
Es werden viele ehemaligen Mitarbeiter und Glasflügelfreunde dabei sein - für Speis und Trank wird gesorgt, alte und neue Freundschaften geknüpft und gepflegt und sicher spannende Geschichten ausgetauscht.
Anmeldungen bitte an info@glasfluegel.net
Die H301 wird 60
Gepostet am 10.04.2024Der 60. Geburtstag ist ja für manchen ein Tag im Leben an dem er sich Gedanken macht übers Alter und wie weiter. Man ist keine 30 mehr, glaubt mit der jüngeren Generation nicht mehr mithalten zu können oder gebraucht und von den "Jungen" ins Eck gestellt zu werden.
Warum diese Einleitung des Bericht von Frank Beerhenke über die 60 Jahrfeier des Erstfluges der H301?
Weil manches Flugzeug sich in dem Alter auch so ins Eck gestellt fühlen könnte - könnte es fühlen. Und ganz viele Flugzeuge, wenn's die mit 60 Jahren noch gibt stehen im Eck und werden nicht mehr angeschaut.
Dass es aber auch anders geht beweist die H301 Rennlibelle: es gibt viele, die verzweifelt nach einer suchen. Und die die eine haben hegen und pflegen ihr gutes Stück, weil sie eben nicht nur Geschichte ist sondern auch heute noch mit den "jungen" Flugzeugen gut mithalten kann.
Darum ist es umso erfreulicher, dass die Familie Streifeneder zum Jahrestag des Erstfluges der H301 eine Geburtstagsparty veranstaltet hat zu der viele, auch Mitglieder des Glasflügel-Fördervereines gekommen sind.
Hier der Bericht von Frank:
Die Offene Libelle wird 60!
Mit dieser Schlagzeile lud uns Familie Streifeneder am 24.03.2024 in Ihre Räumlichkeiten im Glasflügel Museum in Grabenstetten ein.
Hier war alles liebevoll von Sarah und Christian Streifenender vorbereitet. Allerlei Backwerk war sogar mit essbarem Glasflügel Logo versehen. Wahre Liebe geht eben durch den Magen.
Dem Geburtstagskind zu Ehren war im Glasflügel Museum eine Rennlibelle H 301 aufgebaut. Dieses Flugzeug mit der Werk Nummer 45 wurde am 02.01.1967 bestellt, die Rechnung vom 25.04.1967 weist einen Kaufpreis von 21.275 DM aus nebst Zubehör. Besteller war die Akademische Fliegergruppe Stuttgart.
Die liebevoll gepflegte Maschine von Steffen Clement, Helmut Grix und Thomas Sternagel präsentiert sich in einem exzellenten Gesamtzustand.
Der am 06.03.1964 erfolgte Erstflug der Glasflügel Libelle H 301 Werk Nr. 1 wurde damals persönlich von Eugen Hänle durchgeführt.
Christian Streifeneder lässt diesen Tag, in einer kurzen Rede nochmals vorüberziehen: Es war wohl vergleichbar nasskalt und bedeckt wie am Geburtstag über 60 Jahre später. Der Erstkunde Eugen Aeberli durfte dann einen Tag später am 07.03.1964 „seinen“ Erstflug absolvieren.
Die filigrane feine Durchkonstruktion der Rennlibelle H 301 ganz auf Leistung und Leichtbau ausgelegt begeistern bis heute und sollten ja ein Wegweiser für die weitere Segelflugzeugentwicklung in Deutschland sein.
So waren an der ausgestellten Libelle viele nette Begegnungen und Gespräche u.a. mit Kunden erster Stunde und Glasflügelfreunden, dem Streifly Team Hanko, Christian und Sarah Streifeneder möglich. Weitere Gäste mit Glasflügel Bezug waren der Fotograf Peter Selinger sowie Autor Wolfgang Binz.
Mit Josef Prasser waren dann auch technische Detailgespräche am Objekt möglich. Bei Josef Prassers Erzählungen zur weiteren geschichtlichen Entwicklung der Firma Glasflügel schwing immer eine gewisse Wehmut mit wiewohl bei allen Glasflügelfreunden.
Lieben Dank nochmals an die Familie Streifenender für die tolle Vorbereitung sowie an die Haltergemeinschaft der ausgestellten H 301.
Wir sind alle gespannt, welcher Glasflügel Geburtstag als nächstes gefeiert wird.
F. Beerhenke
Save the date
Gepostet am 20.01.2024Das nächste Glasflügel - Treffen findet statt vom
25. - 28.06.2026
auf dem
Flugplatz Asperden-Knobbenhof-EDLG.
Die Organisatoren haben entschieden, nach drei Treffen im Süden Deutschlands solch ein Treffen mal weiter in den Norden zu legen.
Der LSV Goch hat sich spontan bereit erklärt ein solches Treffen auszurichten.
Wir hoffen, dass dann auch Teilnehmer aus dem skandinavischen Raum dazukommen, die holländischen und norddeutschen Freunde haben es dann diesesmal auch nicht so weit.
Weiter Informationen folgen rechtzeitig!
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The next Glasfluegel - Meetin will take place from
25. - 28.06.2026
at the
Asperden-Knobbenhof-EDLG airfield.
After three meetings in the south of Germany, the organizers have decided to host such a meeting further north. LSV Goch has spontaneously agreed to organize such a meeting.
We hope that participants from the Scandinavian region will join us, as our Dutch and North German friends will not have to travel so far this time.
Further informations will follow in time.
Toller Start ins 2024: 100. Mitglied im Glasflügel-Förderverein
Gepostet am 07.01.2024Zuerst allen ein frohes Neues Jahr.
Wir wünschen Euch vor allem Gesundheit, viel Thermik und allways happy landings!
Zuallererst eine gute Nachricht:
Fast pünktlich zum Jahresbeginn konnten wir unser Mitglied Nr. 100 im Glasflügel-Förderverein begrüssen!
Joachim Kuhlmann, vom SFC Betzdorf-Kirchen hat am 06.01.24 seine Anmeldung über das Formular auf der Homepage abgegeben. Er ist in den Fliegerkreisen kein Unbekannter: 1996/1997 war er Gewinner des Baron Hilton Cups in der Sport- und in der Doppelsitzerklasse. Er flog bis 2014 eine Standard-Libelle. Aktuell ist er in weglide mit einer HpH 304Shark FES zu finden.
Dieses Flugzeug aus KutnaHora ist der Nachfolger der zuletzt von Glasflügel in Schlattstall gebauten Glasflügel 304. Jaroslav Potmesil hat die Lizenzen über abenteuerliche Umwege erworben, als 304CZ weitergebaut bis dieser Typ vom 304Shark abgelöst wurde. Dass die Flugzeuge aus diesem Hause in ihrer Bauqualität zu den besten zählen die auf dem Markt sind ist in den Fliegerkreisen wohl unbestritten.
Am meisten freut uns, dass sich schon ein Verein gefunden hat das nächste Treffen im Frühsommer 2026 auszurichten!
Wir werden in einem nächsten Newsletter die genauen Daten bekanntgeben, wenn wir die Details besprochen haben.
3. Treffen des Glasflügel-Fördervereines
Gepostet am 31.07.2023Vom 15.-18.6.23 fand auf dem Flugplatz Tannheim das 3. vom Glasflügelförderverein organisierte Glasflügel-Treffen statt.
Auf dem von der Familie Dolderer betriebenen Verkehrslandeplatz Tannheim am Rande des Allgäus trafen sich über 80 Teilnehmer und ungezählte Besucher mit insgesamt 30 Flugzeugen aus dem Hause Glasflügel. Der Flugplatz Tannheim bot die ideale Kulisse für dieses außergewöhnliche Ereignis.
Von der H301 über die BS1, Salto 101, die Ur-Hornet 206, zahlreichen Standard Libellen 201, Club Libellen 205 bis hin zur Kestrel, das mit 22m damals grösste Segelflugzeug die Glasflügel 604 und später gebauten Flugzeugen wie Falcon, Glasflügel 304 waren fast sämtliche Typen der Glasflügel Flugzeuge vertreten.
Als zentraler Treffpunkt für den regen Austausch und gemeinsame Mahlzeiten diente ein leergeräumter Hangar der Segelfliegergruppe Tannheim, die die Organisation vor Ort auf sich genommen hat. Bewirtung und Flugbetrieb wurden in einer Ruhe und Perfektion geführt die eine super Stimmung unter den Teilnehmern wie auch Besuchern entstehen liess. Das gute Wetter von Freitag bis Samstag trug zu Streckenflügen entlang der schwäbischen Alb bis in die Schweizer Alpen ein. Markus Schweikert z.B. flog mit seiner 304 am Samstag bis in die Dolomiten, landete in Füssen (weil die Tage darauf dort ein Spatzen-Treffen stattfand an dem er mit seinem 2.Flugzeug teilnahm) und war abends wieder in Tannheim.
Die meisten dieser Flugzeuge fielen durch ihren bemerkenswert gut erhaltenen Originalzustand auf. Der erste Lack und das wegweisende Design zeugen von der Qualität und der Vorreiterrolle die Glasflügel Flugzeuge seit den 1960er verkörpern. Auf die Frage nach dem Warum auffallend viele „U-40“ Piloten und Besitzer sich ausgerechnet für einen «Glasflügel-Flieger» entschieden haben ergab unterschiedliche Antworten. Einige schätzen die Zuverlässigkeit und das Flugverhalten, während andere die Ästhetik und das Gefühl der Verbindung zur Geschichte, sowie die Rekorde betonten. Einfach ausgedrückt: pure Emotion!
Dass auch viele Besucher ohne Flugzeug erschienen sind und die Atmosphäre genossen zeigt, dass die Geschichte um die Flugzeuge aus dem Hause Hänle und Glasflügel einfach ihren Reiz nicht verloren haben. Als Rahmenprogramm fand die Jahreshauptversammlung des Glasflügel-Fördervereines statt (das Protokoll wird im Laufe der nächsten Wochen an die Mitglieder des Glasflügel-Fördervereins geschickt).
Höhepunkt war nach einhelliger Meinung der moderierte Vortrag von Wolfgang Binz über die Glasflügel-Historie und die Interviews mit den ehemaligen Mitarbeitern der Firma Glasflügel. Auch für absolute Insider der Geschichte von Glasflügel und dem Leben von Eugen und Ursula Hänle kommen bei solchen Runden immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage die so noch nicht bekannt waren.
Erfreulich ist, dass Nachkommen von Eugen Hänle auch dieses Mal wieder den Weg zu dem Treffen auf sich genommen haben und von ihren Erinnerungen um Onkel Eugen und Tante Ursula erzählt haben.
Die Veranstaltung am Flugplatz Tannheim war zweifellos ein großer Erfolg. Dies Dank der Gastfreundschaft der Dolderers und dem Engagement der Segelfliegergruppe Tannheim sowie dem Gemeinschaftssinns in der Glasflügel-Community.
Für die Oranisation eines zukünftigen Treffens haben sich ein paar junge Glasflügel-Fans gemeldet - bleibt zu hoffen, dass die Tradition eines solchen Events fortgesetzt werden kann.
Auf Bilder im Anhang dieses Berichtes wird verzichtet:
Christian (Lucky) Horn, Mitglied des Glasflügel-Fördervereines und Profi-Fotograf hat einen Ordner auf seinem Server angelegt auf dem Bilder von ihm und anderen Teilnehmern vom Treffen in Tannheim abgelegt sind.
Hier der Link zu der Bildersammlung vom Glasflügel-Treffen 2023.
Glasflügel-Treff 2023 ist Geschichte
Gepostet am 19.06.2023Das diesjährige Treffen in Tannheim ist bereits wieder Geschichte.
Man kann sicher sagen, dass es allen sehr gefallen hat. Die Organisation und die Betreuung in Tannheim durch die SFG Tannheim war spitzenklasse, das Wetter hat auch mitgespielt.
Und das tolle ist, wir haben ein paar Mitstreiter gefunden, die in Zukunft des Glasflügel-Fördervereines sicher stellen, diese Seite pflegen und sich auch schon Gedanken für das nächste Treffen machen!
In Kürze wird hier eine ausführlicher Bericht erscheinen
Unter dem folgenden Link sind schon mal die ersten Bilder zu bestaunen
Mitglieder des Glasflügel-Fördervereines haben einen Newsletter erhalten in dem der Zugangscode genannt wird.
Alle anderen müssen, wenn sie interessiert sind sich zuerst als Mitglied registrieren. Die Mitgliedschaft ist auch weiterhin kostenfrei!
Save the date - Glasflügel Treff 2023
Gepostet am 22.01.2023Wie schon angekündigt findet dieses Jahr wieder ein Glasflügel-Treff statt:
Datum: 15. - 18. Juni 2023
Ort: Flugplatz Tannheim EDMT
Es gibt ein Treffen von Glasflügel-Interessierten bei dem Geselligkeit im Vordergrund steht, das Allgäu fliegerisch erkundet werden kann und auch einige Überraschungen anstehen.
In wenigen Tagen wird hier auf dieser Seite ein Anmeldeformular freigeschaltet.
Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist müssen wir das Anmeldefenster schliessen - deshalb first come - first serve.
Schaut einfach ab und zu hier vorbei, wir freuen uns auf Euch!
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As previously announced, there will be another Glasfluegel Meeting this year
Date: June 15 - 18, 2023
Place: Airfield Tannheim EDMT
There will be a meeting of people interested in Glasfluegel where socializing is in the foreground, the Allgäu can be explored in the air and also some surprises are in store.
In a few days a registration form will be available here on this page.
Since the number of participants is limited we have to close the registration window - therefore first come - first serve.
Just check back here from time to time, we are looking forward to seeing you!
Geschenk-Tipp - nicht nur zu Weihnachten
Gepostet am 11.12.2022Nach wie vor ist hier als erstes Mal das Buch von Wolfgang Binz über Glasflügel zu nennen!
In der 2. Auflage mit einigen Korrekturen und Ergänzugen gehört dies für jeden der sich über die Glasflügel-Flugzeuge informieren möchte ins Regal.
Und inzwischen ist dies auch in einer englischen Ausgebe zu bekommen, die die Zeit von Beginn der Ära Hänle und Glasflügel bis zum bitteren Ende akribisch aufarbeitet.
Zu bestellen beim Equip - Verlag unter folgendem Link
in deutsch Glasflügel – Eugen Hänle – der Pionier des GFK-Flugzeugbaus
in englisch Glasflügel – Eugen Hänle – Pioneer in fiberglass aircraft design
Ein Geschenk - Tipp zum Zweiten
Gepostet am 11.12.2022Vor einiger Zeit hab ich einen Link auf einer Facebook - Seite gefunden, der es mir sofort angetan hat:
Über 400 Flugzeug-Typen sind da als Standmodelle im Masstab 1:48, bzw 1:96 als Deko-Modell Bausatz in Holz zu finden.
Lasergefräst, detailgetreu und jedes mit individuellem Kennzeichen und Sonderlackierung bestellbar ist dies ein wirklich tolles Geschenk für sich und Fliegerfreunde die ihr Flugzeug auf dem Schreibtisch oder unterm Tannenbaum hängen haben wollen.
Und die Glasflügelflotte ist natürlich auch darunter!
H.-P.
Wolfgang Binz im Gespräch mit Christian Streifeneder - Streifly Grabenstetten
Gepostet am 11.12.2022WB: Wie bist Du zur Fliegerei gekommen?
CS: Obwohl ich über meinen Vater Hanko von frühester Jugend an mit dem Segelflug in Kontakt war hat mich als Jugendlicher zunächst der Modellbau mehr fasziniert. So bin ich erst mit 14 Jahren zum Segelflegen gekommen und hab anfangen zu fliegen. Später kam dann der Motorflug hinzu, natürlich auch im Rahmen der Piper Cup Staffel, der Bravo Lima Staffel, die an die Burda Staffel erinnert.
(Anmerk.: Hanko war vor seiner Zeit bei Glasflügel bei der Burda-Staffel Pilot bis diese 1973 aufgelöst wurde)
WB: Du hast mit Deinem Vater zusammen viele einzigartige Flugzeuge konstruiert und gebaut. Das ging für Dich ja schon als 10-jährigem beim Formenbau des Falcon Deines Vaters los, dem damals wohl besten Flugzeug der Standardklasse. Aber was ist aus Deiner heutigen Sicht das bedeutendste Eurer Projekte?
CS: Da gab es wirklich eine ganze Reihe toller Herausforderungen, wie z.B. die Votec, ein Kunstflugzeug, das mit einem 200 PS Motor die Leistungen der Extra 300 erreicht. Auch die für Bruno Gantenbrink gebaute Nimeta war ein tolles Projekt, zumal ich dafür noch einen komplett neuen Außenflügel entwickeln und bauen durfte.
Aber am meisten hängt das Herz an der Concordia von Dick Butler. Entgegen manchen Darstellungen hat Dick das Flugzeug wirklich überwiegend allein gebaut, eine ungeheure Leistung. Wir durften bei einigen schwierigen Abläufen mitwirken, so u.a. beim Bau der Klappen und Querruder, die in der ursprünglich angedachten Bauweise gar nicht hätten gebaut werden können. Auch bei der Holmwicklung konnte ich ein großes Problem mit der Anwendung der Vakuuminfusion lösen, weil andernfalls die Wicklung so dick geworden wäre, dass die Flügel nicht mehr zusammengepasst hätten. Und dann ist es toll die Concordia jetzt noch mit einem von uns entwickelten elektrischen Turboantriebssystem nachrüsten zu können.
WB: Neben solchen Top-Projekten steht Streifly aber auch für die Musterbetreuung der Flugzeuge von Eugen Hänle und seiner Firma Glasflügel. Was ist da nach mehr als 40 Jahren Deine Erwartung an die Zukunft?
CS: Die Betreuung der Glasflügel-Flugzeuge und die Sicherstellung der Ersatzteilversorgung ist uns schon immer ein Herzensanliegen. Wir werden auch in Zukunft alles versuchen, um die Flugzeuge lufttüchtig zu halten, indem wir schauen was nach so langer Zeit einer besonderen Kontrolle und Obhut bedarf.
Neben der Musterbetreuung haben wir immer versucht einige technische Fortschritte für die Flugzeuge von Eugen Hänle verfügbar zu machen. So haben wir für die Std. Libellen einen Rumpf-Flächen-Übergang entwickelt und zugelassen, der tatsächlich eine Verminderung der Kreisfluggeschwindigkeit ermöglicht. Auch sind für viele Muster Winglets entwickelt worden, die zu noch angenehmeren Flugeigenschaften führen. Erst seit kurzem sind die Winglets für die Std. Libelle in einer neuen, modifizierten Form verfügbar, die etwas besser als die Vorgänger sein dürften.
Aber ich muss auch sagen, dass manche von uns angedachten Weiterentwicklungen leider nicht realisiert wurden, weil die Resonanz aus dem Kundenkreis so gering war, dass die Entwicklungs- und Zulassungskosten nicht wieder eingespielt worden wären. Ein Beispiel dafür sind die Spannweitenvergrößerung und die Winglets beim Kestrel.
WB: Im Tagesgeschäft bist Du mit der Prüfung und Reparatur von Segelflugzeugen aller Typen und Hersteller beschäftigt. Welche Erfahrungen kannst Du aus dieser Tätigkeit weiter geben
CS: Wenn Flugzeuge das erste Mal zu uns kommen sehen wir immer wieder Segelflugzeuge bei denen irgendwer, häufig ein Vorbesitzer, mehr oder weniger große Änderungen vorgenommen hat, die dann manchmal nicht zugelassen sind oder gar gefährlich werden können. Das geht soweit, dass uns ein Mosquito untergekommen ist bei dem der originale Hauptbolzen wohl verloren gegangen war und man einen selbstgemachten Hauptbolzen verwendete, der dann auch noch nicht weit genug in die Augen der Flügel hineinreichte, weil man den Griff nicht abgewinkelt hatte. Der ahnungslose Halter ist damit längere Zeit geflogen!
Ein anderes Flugzeug hatte im Flügel Bleistangen, die dort mit Bauschaum festgeklebt worden waren. Man sollte also bei der Jahresnachprüfung nicht ausschließlich darauf achten, dass die Papierlage in Ordnung ist, sondern dass das Flugzeug selbst auch dem Musterstand entspricht und technisch einwandfrei ist.
Man sieht auch immer wieder, dass Halter Maßnahmen für Wartung oder Reparatur an ihren Flugzeugen selbst durchführen wollen und bei uns nach Unterstützung und Anleitung nachfragen.
Wir helfen da selbstverständlich immer gerne, aber wenn ich das mal so sagen darf: Wenn nach einiger Zeit bei solchen Vorhaben fünf e-mails hin-und hergegangen sind, ohne dass alles klar ist und funktioniert, dann würde ich einfach raten das Flugzeug bei uns vorbei zu bringen.
WB: Was ist für Dich und für Streifly die größte Herausforderung für die Zukunft?
CS: Da ist zum einen die stetig anwachsende Bürokratie zu nennen! Als Außenstehender glaubt man gar nicht wie viel Zeit und Geld wir investieren müssen, um überhaupt Flugzeuge prüfen, reparieren und herstellen zu dürfen. Das geht über die jährliche Eichung von vielen, vielen Werkzeugen und Geräten bis zur Erstellung von immer neuen Handbüchern für die Behörden, mit denen beschrieben werden soll, wie wir arbeiten. Dabei wird die Qualität der Arbeit und daraus folgend die Flugsicherheit sicher nicht per „Handbuch der neuesten Version“ gesteigert.
Die zweite nicht minder große Herausforderung ist der Umstand, dass sich immer weniger Menschen für eine berufliche Tätigkeit in einem Luftfahrttechnischen-Betrieb begeistern. Wer also Lust hat die Fliegerei auch zum Mittelpunkt seines Berufslebens zu machen und dann noch Begeisterung mitbringt, der ist bei uns auf jeden Fall richtig und sollte einfach mal Kontakt mit uns aufnehmen.
WB: Vielen Dank Christian für das Gespräch.
Klippeneck: 311 km 117km/h - mit einer Hornet 206
Gepostet am 12.09.2022Wer dieses Jahr die Tageswertungen der Clubklasse des Klippeneck-Wettbewerbes verfolgt hat meinte seinen Augen nicht zu trauen:
Da gewinnt einer mit seiner Hornet mit 4 Tagessiegen bei 6 Wertungstflügen und 250 Punkten Vorsprung!
Jan Schulz vom LSG Isny, Sportsoldat und kein Unbekannter in der Glasflügel-Comunity hat sich mit seinen Flügen gegen Flugzeuge der nächsten Generationen Respekt verschafft bei Teilnehmern und Zuschauern. Dass das Wetter natürlich seinen Anteil an den Flügen hatte zeigt auch ein Blick in die Wertungslisten der anderen Klassen.
Aber ein Schnitt von 117km/h, und das als Schnellster gegen Discus, LS7 oder Mini-Nimbus, Mosquito ode Glasflügel 304 am 5. Wertungstag zeigen was in Pilot und Flugzeug stecken.
Unser Mitglied Stefan Zlot (SZ) hat Jan in Puimoison getroffen und sich mit ihm unterhalten. Hier das Interview:
SZ: Hallo Jan herzliche Gratulation zu Deinem grossartigen Abschneiden am diesjährigen Klippeneck Wettbewerb!
Wir würden gerne mehr darüber erfahren, wie Du es regelmässig geschafft hast, der Konkurrenz buchstäblich davon zu segeln. Kurz zu Deiner fliegerischen Herkunft ein paar Angaben.
JS: Ich bin 22jährig, aktuell Sportsoldat, danach geht’s ins Berufsleben zurück. Gross geworden bin ich im LSG Isny e.V. im Allgäu, wo auch mein Vater mit an Bord ist.
Mit 13,5 Jahren hab ich mit der Segelflug Ausbildung angefangen, konnte bald nach dem Lizenzerhalt bereits Vater’s 304 fliegen und damit meine erste Erfahrung auf verschiedenen Glasflügel Flugzeugen sammeln. Leider hat mein Vater die 304 später verkauft. In meinem Flugbuch stehen gut 1'500 h, davon ca. 600 h auf der Hornet.
SZ: Weshalb fliegst Du die Hornet und welches sind die Unterschiede zu anderen Clubklasse Flugzeugen? Dein Traum Clubklasse-Flieger?
JS: Meine Hornet konnte ich 2018 mit Unterstützung meiner Eltern erwerben. Nebst meinem Vater flog auch mein Fluglehrer Glasflügel Flugzeuge, so dass die Wahl nicht kompliziert war. Bei der Hornet kamen die automatischen Ruderanschlüsse dazu. Ausserhalb vom Wettbewerb fliege ich sie immer mit Wasser, denn damit kommt sie richtig vorwärts. Im Wettbewerb lässt sie sich gerne mit 150-160 km/h vorfliegen, so dass sie auch mit moderneren Mustern mithalten kann. Allein bei schwachem, blauem Wetter kann man mit der Libelle mal im Vorteil sein.
Mein Traumflieger? Nun, ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einer 304, mit welcher ich weiterhin in der Clubklasse mitstreiten kann. Damit bräuchte ich auch die moderneren Clubklasse Flugzeuge nicht scheuen.
Für mich sind die Glasflügel Flugzeuge betreffend das Handling am Boden wie auch in der Luft klar die Nummer eins! Das Flugzeug sagt einem genau, was in der Luft vor sich geht. Zudem sitzt man auch über viele Stunden wunderbar. Sie lassen sie sich meist leicht modifizieren und sehen dann noch so toll aus. Allein die Winglets führen zu einer besseren Kreisstabilität und zu besserem Gleiten.
Meine Empfehlung an den Nachwuchs: VIEL fliegen, denn da lernt man am meisten, dann viel mit anderen Leuten fliegen und stets darauf achten, dass der Spass nicht auf der Strecke bleibt!
Last but not least: an möglichst vielen, v. a. internationalen Wettbewerben teilnehmen, denn beim Wettbewerb lernt man bekanntlich schnellsten.
SZ: Mit welchem Ziel und welchen Erwartungen bist Du aufs Klippeneck gefahren?
JS: Da flog ich allein, also ohne Bodenmannschaft und wollte so gut abschneiden wie möglich und gleichzeitig Spass haben, so wie im Frühjahr an der Junioren Quali, wo ich auf den zweiten Platz geflogen bin. Das Wetter am Klippeneck war ja sensationell, die hohe Basis und schnelle Schnittgeschwindigkeiten. Zwei andere Sportsoldaten flogen in anderen Klassen mit, was abends den Austausch über das Tagesgeschehen vereinfacht hat.
SZ: Wie hast Du Dich darauf vorbereitet?
JS: Das Klippeneck war der letzte von vielen Wettbewerben in dieser Saison. Da ich gut trainiert und mit der Geografie vertraut war, konnte ich entspannt an die Aufgaben heran gehen. Viel mehr Vorbereitung brauchte es nicht, zumal ich mit meiner Hornet bestens Vertraut bin.
SZ: Wie erklärt sich Dein großartiges Abschneiden an diesem Wettbewerb?
JS: Ich konnte unbefangen fliegen, und wichtig war wie immer, sehr konzentriert zu sein und sich nicht von der Konkurrenz beeinflussen zu lassen – kurz: «den eigenen Stiefel zu fliegen».
SZ: Was wirst Du das nächste Mal anders machen?
JS: Nun, einen Helfer und Rückholer mit dabei zu haben ist immer besser, das entspannt zusätzlich.
SZ: Welches sind Deine nächsten Ziele?
JS: Nächstens geht’s an den Fluglehrer Lehrgang und danach schon bald nach Afrika – natürlich zum Segelfliegen!
SZ: Im Weiteren?
JS: Persönlich ist es mir wichtig, dass die Glasflügel Flugzeuge weiterhin bestens gepflegt werden und sorgfältig damit umgegangen wird – sie sind unersetzbar!
SZ: Vielen Dank Jan- wir, vom Glasflügel-Förderverein wünschen Dir alles Gute und freuen uns auf weitere solche tollen Flüge von Dir
1. Jahreshauptversammlung
Gepostet am 08.07.2022Die 1. Jahreshauptversammlung des Glasflügel-Fördervereines hat am 11.06.22 in der Glasflügel-Galerie bei Streifeneders in Grabenstetten stattgefunden.
Es haben Teilnehmer aus dem Süddeutschen Raum persönlich und erfreulicherweise auch einige aus dem In- und Ausland über Streaming teilgenommen.
Neben den Rechenschaftsberichten und den Neuwahlen (die 1. und 2. Vorsitzenden haben ihr Amt getauscht) wurde über zukünftige Aktivitäten diskutiert. Im Herbst soll es einen Stammtisch geben zu dem alle Mitglieder und Glasflügel-Freunde eingeladen werden.
Nächstes Jahr soll ein Glasflügeltreffen organisiert werden, zu dem "grosse" und "kleine" Glasflügel-Flugzeuge (im Fliegerslang "manntragend" und "nichtmanntragend") zusammen kommen sollen. Ort und Datum wird in den nächsten Wochen festgelegt.
Highligt war die Nachricht von Wolfgang Binz, dass das Glasflügel-Buch inzwischen ausverkauft und ein Nachdruck in Arbeit ist. Auch die englische Ausgabe des Buches ist inzwischen auf dem Markt.
Zum Abschluss der Versammlung führte Christian Streifeneder durch die von seinem Vater und ihm liebevoll zusammengestellt Galerie und erzählte zu den einzelnen Stationen wie sich die Geschichte von Streifly entwickelt hat.
Wer ein Protokoll der Versammlung zugestellt haben möchte melde sich unter Kontakte bei dem Vorstand.
Nachruf Klaus Keim
Gepostet am 29.04.2022Klaus Keim war sein Leben lang mit Glasflügel eng verbunden - nun haben wir die traurige Aufgabe von ihm Abschied zu nehmen.
Klaus ist Jahrgang 1938, studierte Maschinenbau in Konstanz und arbeitete danach zunächst für Daimler-Benz in der Motorenmontage. Dann ging er nach Südafrika, geplant war eigentlich ein Aufenthalt von einem - letztlich wurden dann drei Jahre daraus. Dort arbeitete er im Betrieb von Helli Lasch, der zu dieser Zeit die allererste BS 1 von Björn Stender erhielt. Klaus modifizierte die BS 1 von Helli Lasch in vielen Punkten im Laufe der Zeit.
Er hatte schon mit Björn Stender über die Bestellung einer BS 1 verhandelt, gehörte aber nicht zu dem Konsortium der Erstbesteller, weil er sich einen vergrößerten Rumpf wünschte, den er auch teilweise selbst bauen wollte.
Anfang 1968 kam er als Konstrukteur zu Glasflügel und wurde Kollege von Josef Prasser. Er war einer der beiden Konstrukteure bei Glasflügel, wobei Klaus eher den Draht zu den praktischen Problemen in der Werkstatt hatte. Er bekam seine eigene BS 1, die Werk-Nr. 16, die er im Laufe der Zeit stark modifizierte. Ende 1970 verließ er Glasflügel wieder.
Ab 1973 verbrachte er einige Jahre beruflich in den USA, wohin er seine BS 1 mitnahm. Zurück in Deutschland erwarb er im Jahr 1980 die Glasflügel 604 Werk-Nr. 4 von seinem Freund Giorgio Orsi. Dieses Flugzeug modifizierte er nach und nach, indem er die Spannweite auf 24 m vergrößerte, Winglets und eine einteilige Haube montierte.
Nachdem die 604 fast 15 Jahre nicht mehr zugelassen gewesen war, führte Klaus‘ Tochter Katrin am 11.Juli 2021 den erneuten Erstflug durch den Klaus miterleben konnte.
Aber für Klaus war das Leben nicht vollkommen allein mit Segelflugzeugen, sondern er war ein fürsorgender Familienmensch.
Sein Glück wurde perfekt erst mit seiner Familie, vor allem seiner Frau Ursula, seinen Kindern und Enkelkindern. Und immer war der gemeinsame Fokus auf Segelflugzeuge gerichtet.
Am 20.04.2022 ist Klaus im Kreis seiner Familie zu seinem letzten Flug aufgebrochen. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner ganzen Familie.
Glasflügel im Wasserkuppe Segelflugmuseum
Gepostet am 18.04.2022Am 05.03.2022 waren einige Vertreter des Glasflügel Fördervereins zu Besuch auf der Wasserkuppe und trafen sich dort mit dem Vorstand des Museums.
Als kleines Dankeschön des Glasflügel Fördervereins an das Segelflugmuseum für die Unterstützung bei der Recherche hat der Autor Wolfgang Binz ein Exemplar des Buches für die Bibliothek an Peter Ocker, der Vorsitzenden des Födervereins des Segelflugmuseums übergeben.
Übrigens plant das Museum eine weitreichende Neugestaltung der gesamten Ausstellung und dabei wird dann auch Eugen und Ursula Hänle ein angemessener Platz eingeräumt werden.
Streifly
Gepostet am 18.04.2022Streifly ist ein kleiner, aber feiner Betrieb, der von wirklich besonderen Menschen geführt wird und der neben dem, was alle LTB anbieten auch immer wieder ganz besondere Projekte verwirklicht hat.
Streifly wurde gegründet, weil Hanko Streifeneder es nicht geschafft hatte zusammen mit Martin Hansen, dem Konstrukteur der Glasflügel 304 und Herrmann Häussler, einem Glasflügelbegeisterten und Freund die Reste der von den Nachfolgern Eugen Hänle‘s heruntergewirtschafteten Firma Glasflügel zu erwerben. Der Konkursverwalter wäre durchaus zu einer Fortführung bereit gewesen, aber die früheren Gesellschafter und die Bank blockierten alles. So übernahm Hanko Streifeneder dann zumindest die Musterbetreuung für alle Glasflügel Flugzeuge. Allerdings musste er schon bald feststellen, dass auch dies von manchen nicht gern gesehen wurde, als ihm nämlich mit einer Frist von nur einem Monat die Betriebsräume gekündigt wurden.
Der Start war nicht leicht: Hanko arbeitete Monate auf dem Bau, bis die neue Werkstatt in Grabenstetten fertig war.
Hanko Streifeneder war schon immer ein Treiber der Innovation im Segelflugzeugbau. So hat er die LS3 Standard, den Vorläufer der LS4, konzipiert und gebaut. Einige Jahre später war sein Falcon das einzige Flugzeug, das der LS4 gleichwertig und in einigen Geschwindigkeitsbereichen sogar überlegen war. Hanko hat sich in vielen Jahren den Ruf erarbeitet, aus jedem Segelflugzeug noch etwas mehr Leistung heraus zu kitzeln, auch durch die von ihm entwickelten Abdichtbänder, durch perfekte Oberfläche und viele kleine Kniffe. Aber immer wieder wurden durch ihn und seinen Sohn Christian auch spektakuläre Projekte verwirklicht, wie der Bau des ersten Flügels der ETA, die Konstruktion und der Bau der Votec, eines Motorkunstflugzeuges aus Verbundwerkstoffen, das mit 200 PS das gleiche Leistungsgewicht aufweist wie die bekannten Boliden mit 300 PS. Auch am Bau der Concordia waren Vater und Sohn Streifeneder maßgeblich beteiligt. Und nicht zu vergessen ist die Nimeta, die in Grabenstetten aus einem ETA-Flügel und einem stark modifiziertem Nimbus 4 Rumpf entstand und schließlich noch einen von Christian Streifeneder konzipierten neuen Außenflügel erhielt.
Aber das Herz hängt immer noch an der Musterbetreuung der Flugzeuge von Glasflügel, die mit Winglets und vielem anderen nachgerüstet wurden. Heute ist das Hauptproblem wohl eines jeden kleinen LTB die unsägliche Bürokratie, mit dem das LBA jeden Handgriff dokumentiert sehen will. Leider hat man dabei eher nicht immer die Flugsicherheit als Ziel vor Augen, sondern es geht wohl vorwiegend um die Einhaltung der Vorschriften. Die Papierlage muss stimmen, da stören dann auch die schlimmsten Sünden nicht, die den Flugzeugen von manch früherem Halter zugefügt wurden. So sind nahezu durchgescheuerte Steuerseile oder selbstgemachte Hauptbolzen in Baumarktqualität den Beamten nicht wirklich Grund für irgendwelche Maßnahmen.
So liegt die Flugsicherheit denn letztlich auch an der verantwortungsvollen Arbeit des von uns Segelfliegern beauftragten LTB. Wer Lust bekommen hat auch selbst beruflich in einem solch anspruchsvollen, abwechslungsreichen Umfeld zu arbeiten, der sollte sich mit Streifly in Verbindung setzten, ganz gleich wieviel oder noch wenig Berufserfahrung er mitbringt.
40. Jahrestag des Erstfluges des Falcon
Gepostet am 20.08.2021Das leistungsfähigste Flugzeug der Standardklasse in den 80er-Jahren? Auf diese Frage fällt den meisten Segelfliegern die LS4 ein. Aber es gibt ein Flugzeug, das sich in Vermessungen als der LS4 eindeutig überlegen erwiesen hat: der Falcon von Hansjörg Streifeneder. Dieses Flugzeug, sowie sein Konstrukteur und Erbauer sind wirklich bemerkenswert, zumal Hanko zuvor bereits Geschichte geschrieben hatte, als er - damals bei Rolladen-Schneider beschäftigt - die LS3 Standard in seiner Freizeit konzipierte und baute. Die LS3 Standard war den damaligen Flugzeugen der Standardklasse so überlegen, dass Wolf Lemke daraus die LS4 entwickelte.
Hansjörg Streifeneder hatte schon immer ein ausgeprägtes Gespür für Aerodynamik und so hat er alle seine früheren Flugzeuge seit den L-Spatz-Zeiten modifiziert. Im Laufe der Jahre kam dann noch ein unglaublicher Erfahrungsschatz hinzu und so versteht er heute das „Gesamtsystem Segelflugzeug“ wie kein Zweiter. Mit seinem Interesse an jeder Leistungssteigerung sowie einem bewundernswerten Einsatz wollte er dann jedoch auch die Leistungen der LS4 noch verbessern. So entwarf und baute er den Falcon nach seiner Rückkehr zu Glasflügel in nur 6 Monaten. Und das alles in seiner Freizeit als privates Projekt. Gebaut wurde in den Räumen von Glasflügel, unterstützt von seinem damals erst 10 Jahre alten Sohn Christian. Der Falcon erhielt einen ungewöhnlichen Flügelgrundriss und ein recht dünnes Profil von Horstmann und Quast, das auf der Unterseite ausgeblasen wird. Am 07.07.1981 hatte der Falcon seinen Erstflug, natürlich mit dem Erbauer im Cockpit.
Auf der Deutschen Meisterschaft 1982 wurde der Falcon eingesetzt und da auch die LS3 Standard teilnahm kam es zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Beide Flugzeuge, die privat entwickelt und gebaut worden waren, platzierten sich unter den ersten 10. Das gab es weder vorher noch nachher jemals. Die Vermessungsergebnisse 1981 und erneut 1995 bestätigten die herausragenden Leistungen des Falcon. Insbesondere im Langsamflug war er der LS4 klar überlegen. Ein Serienbau ist leider an den Wirren in der Endzeit bei Glasflügel gescheitert. Das Flugzeug ist auch nach 40 Jahren in einem Top-Zustand und natürlich bei seinem Erbauer beheimatet. Es steht dort vor allem in den Wintermonaten in der Glasflügel-Galerie, dem einzigen Museum zur Glasflügel Geschichte.
Wolfgang Binz
English version of the Glasflügel book available soon
Gepostet am 29.07.2021Wir freuen uns, direkt vom Eqip Verlag die Information erhalten zu haben, dass sich auch eine englischsprachige Übersetzung des Glasflügel-Buchs in Arbeit befindet, und in etwa 2-3 Wochen zur Verfügung gestellt wird.
Das Glasflügel-Buch kommt jetzt zu euch!
Gepostet am 24.07.2021Endlich ist es soweit: Das Glasflügel-Buch ist da, und wird gerade an alle Vorab-Besteller verschickt! Es ist unglaublich, nach so langer Zeit ein solches Buch in den Händen zu halten. Vielen Dank nochmal an unser Mitglied und den Autor Wolfgang Binz und natürlich an alle, die an dem Buch und seiner Verwirklichung mitgeholfen haben.
In Kürze gibt es weitere Informationen und Details an dieser Stelle, auch an unsere Mitgliederbasis, die stetig wächst.